Ist es überhaupt möglich, ChatGPT am Arbeitsplatz zu nutzen?
Die kurze Antwort: Meistens ja, aber mit Vorbehalt. Kein europäisches Gesetz verbietet den Einsatz eines KI-Assistenten als Werkzeug. Ebenfalls verboten ist die unkontrollierte Weitergabe personenbezogener Daten von Personen und Geschäftsgeheimnissen des Unternehmens. Der erste Schritt besteht also darin, die Richtlinien Ihres Arbeitgebers zu kennen. Viele Organisationen haben interne Regeln: Welche Dienste sind erlaubt, was darf betreten werden und was ist strengstens verboten. Wenn es keine Richtlinie gibt, gehen Sie mit dem Grundsatz der Vorsicht vor: Gehen Sie davon aus, dass alles, was eingegeben wird, irgendwo gespeichert werden kann. Dann nutzen Sie die Kraft der KI und gefährden weder sich selbst noch Ihre Kunden oder Ihr Unternehmen.
Was nicht in die KI geladen werden kann: rote Linien
Es gibt Daten, die nicht zum Cloud-Dienst eines anderen gehören. Hierbei handelt es sich um personenbezogene Daten von Kunden und Kollegen: Namen, Adressen, Telefonnummern, E-Mail, Dokumentennummern, medizinische und finanzielle Informationen. Dazu gehören auch Geschäftsgeheimnisse: nicht öffentliche Verkaufszahlen, Vertragsbedingungen, Quellcode, Passwörter und Zugänge. Eine separate Kategorie sind Daten im Rahmen einer Geheimhaltungsvereinbarung. Eine einfache Regel: Wenn die Weitergabe dieser Informationen einer Person oder einem Unternehmen schaden würde, geben Sie sie nicht im Klartext in die KI ein. Arbeiten Sie stattdessen mit der unpersönlichen Version und Sie erhalten die gleichen Vorteile, ohne das Risiko eines Gesetzes- oder Vertrauensbruchs einzugehen.
Datenanonymisierung: Eine wichtige Sicherheitskompetenz
Unter Depersonalisierung versteht man, dass man aus dem Text alles entfernt, woran man eine bestimmte Person oder Transaktion erkennen kann, aber das Wesentliche der Aufgabe beibehält. Ersetzen Sie den richtigen Namen durch „Kunde A“, das Unternehmen durch „Firma X“ und den genauen Betrag durch „ungefähr N“. Mithilfe solcher Stubs kann KI perfekt einen Brief verfassen, eine Beschwerde klären oder die Struktur eines Vertrags vorschlagen. Sie bringen das Ergebnis dann selbst vor Ort an seinen Platz zurück. Diese Fähigkeit lässt sich auf jede Aufgabe übertragen: Berichte, Korrespondenz, Tabellenanalyse. Wenn Sie die Depersonalisierung einmal gemeistert haben, haben Sie keine Angst mehr vor KI und beginnen, sie jeden Tag zu nutzen – ruhig und gemäß den Regeln.
ChatGPT und DSGVO: Wo ist die Grenze?
Die DSGVO sagt nicht: „KI ist nicht erlaubt.“ Es erfordert noch etwas anderes: Die Übermittlung personenbezogener Daten muss eine Rechtsgrundlage, einen klaren Zweck und einen zuverlässigen Schutz haben. Wenn Sie Kundendaten in einen Drittanbieterdienst eingeben, übergeben Sie diese im Wesentlichen an den Drittanbieter – und Sie müssen verstehen, wo sie gespeichert sind und wer Zugriff darauf hat. Aus diesem Grund entscheiden sich Unternehmen für Enterprise-Versionen mit Garantien, deaktivieren die Schulung Ihrer Daten und schließen Verarbeitungsvereinbarungen ab. Als normaler Mitarbeiter ist Ihre Entscheidung einfacher: Senden Sie personenbezogene Daten nicht im Klartext. Keine personenbezogenen Daten in der Aufforderung bedeuten keinen Verstoß gegen die DSGVO.
Wie LearnAI Ihnen hilft, ohne Risiko mit KI zu arbeiten
Die Sicherheitsregeln klingen einfach, aber in der Praxis kann man leicht Fehler machen: Versteckte persönliche Daten in einer Tabelle nicht bemerken, auf eine „prompte Injektion“ in den Text einer anderen Person hereinfallen oder einer selbstbewussten, aber fiktiven Antwort der KI vertrauen. Bei LearnAI üben wir dies anhand realer Arbeitsbeispiele: wie man einen Brief entpersonalisiert, wie man einen versuchten Datendiebstahl erkennt, wie man einen Assistenten dazu zwingt, ehrlich zuzugeben, dass er etwas nicht weiß. Auras innerer Mentor analysiert Ihre Formulierungen und sagt Ihnen, wo Sie Risiken eingehen. Sie verlassen das Unternehmen nicht mit der Theorie, sondern mit der Gewohnheit, schnell und gleichzeitig sicher mit KI zu arbeiten.